Quantitative PCR-Assays für BKV & EBV für Transplantations- und Dialysepatienten

|   Labor- und Fachinformationen

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, sehr geehrtes Praxisteam,


beide Verfahren sind in vitro-Nukleinsäure-Amplifikationstests zur quantitativen Bestimmung der Viruslast BKV
(EDTA-Plasma, Urin) und EBV (EDTA-Plasma) und ab sofort im MLOW verfügbar. Der BKV-Test dient zur
Unterstützung der Diagnose und Behandlung von BKV bei Transplantationspatienten. Bei Patienten, die auf
BKV und EBV überwacht werden, können DNA-Reihenmessungen auf möglicherweise erforderliche
Anpassungen der Therapie hinweisen und zur Beurteilung der Virusreaktion auf die Behandlung verwendet
werden. Bei in cobas PCR Media stabilisiertem Urin ist der BKV-Test zur Unterstützung der Diagnose und
Behandlung von BKV bei Transplantationspatienten vorgesehen.


Bei nierentransplantierten Patienten besteht im Vergleich zu anderen Transplantationspatienten ein erhöhtes
Risiko für BKV-assoziierte Komplikationen, wie z. B. BK-Virusnephropathie (BKVN) oder Ureterstenose. Eine
BKVN tritt bei bis zu 10% aller Nierentransplantatempfänger auf. Das Risiko eines Transplantatverlusts infolge
der Infektion liegt bei ca. 50%. Außerdem erkranken ca. 3 % aller Nierentransplantatempfänger an einer BKV-
assoziierten Ureterstenose. Gemäß den aktuellen Leitlinien sollten nierentransplantierte Patienten im Zeitraum
von 5 Jahren nach der Transplantation regelmäßige Nachsorgetermine zur Untersuchung auf BKV
wahrnehmen. Dieser Ansatz ermöglicht eine frühzeitige Identifikation von 80–90 % der BKVN-Risikopatienten.

Um Patienten mit erhöhtem BKVN-Risiko zu identifizieren, sollte deren Plasma auf BKV-Virämie untersucht werden.
Hauptsächlich bei Patienten mit Hämaturie und klinischen Symptomen, die auf eine Zystitis hindeuten, sollten jedoch
diese Tests durchgeführt werden. Eine BKV-Viruslast von >10E04 Kopien/ml korreliert bei Transplantationspatienten mit
einem erhöhten Risiko für eine hämorrhagische Zystitis. Bei nierentransplantierten Patienten mit anhaltend erhöhten
BKV-DNAPlasmawerten (>10E04 Kopien/mL), sollte das Plasma alle 1–2 Wochen auf BKV untersucht werden, bis der
DNA-Wert bei zwei aufeinanderfolgenden Messungen wieder in einem nicht nachweisbaren Bereich liegt. EBV kann bei
Transplantatempfängern durch die Reaktivierung des latenten Virus aus B-Gedächtniszellen oder durch eine neue
Primärinfektion andere Erkrankungen hervorrufen. Dies gilt insbesondere für EBV-negative Transplantatempfänger, die
Transplantate von EBV-positiven Spendern erhalten. Die schwerste Komplikation infolge einer EBV-Infektion ist das
Posttransplantationslymphom (PTLD), wobei >70 % aller PTLD-Erkrankungen bei Transplantatempfängern mit einer EBV-
Infektion-assoziiert sind. Das Risiko für das Auftreten eines PTLD ist in den ersten 12 Monaten nach der Transplantation am
höchsten: >90 % aller PTLD-Erkrankungen in diesem Zeitraum können auf eine EBV-Infektion zurückgeführt werden.


Materialhinweise: 1 EDTA-Monovette (BKV, EBV) oder 1 ml Urin (Cobas PCR-Media)


Mit freundlichen kollegialen Grüßen,
Ihre Medizinisches Labor Ostsachsen MVZ eGbR und Medizinisches Labor Westsachsen MVZ GbR