Verbesserte Diagnostik der bakteriellen Vaginose

Labor- und Fachinformationen
|   Infektionsdiagnostik und Mikrobiologie

Die bakterielle Vaginose (BV) gilt als häufigste mikrobielle Störung (Dysbiose) der Vaginalflora geschlechtsreifer Frauen (13-55 Jahre) und wird durch die Überwucherung obligat anaerober Bakterien (z.B. Bacteroides oder Mobiluncus sp.) und Gardnerella vaginalis bei gleichzeitiger Verdrängung der schützenden Laktobazillen-Flora verursacht. Dadurch erhöht sich u.a. das Risiko einer Vermehrung von Hefepilzen oder einer Infektion mit sexuell übertragbaren Erregern. Bei einer BV während der Schwangerschaft drohen Komplikationen wie z.B. Aborte oder Frühgeburten.

Neben der gynäkologischen Beurteilung des Fluors (Konsistenz, Geruch, pH-Wert) kann die BV mittels Gramfärbung des Vaginalabstriches diagnostiziert werden (Cervixabstrich ausgenommen). Hier werden die verschiedenen Bakterien-Entitäten nach standardisierter Methode qualitativ und quantitativ bewertet, der Nugent Score ermittelt und folgendermaßen interpretiert (1):

Nugent-Score
0 – 3 (negativ): Kein Hinweis auf bakterielle Vaginose.
4 – 6 (intermediär): Das Vorliegen einer bakteriellen Vaginose ist unklar. Das Ergebnis ist im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik zu beurteilen.
7 – 10 (positiv): Das Vorliegen einer bakteriellen Vaginose ist wahrscheinlich.

Zukünftig wird bei der Einsendung eines Vaginalabstriches mit der Anforderung „Erreger und Resistenzen“ die übliche Beurteilung des Grampräparates sowie die kulturelle Diagnostik durch den Nugent Score ergänzt. Ihnen entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.