Listerien

Analysenverzeichnis
Untersuchung wird im Labor Görlitz erbracht.
MaterialAbnahmehinweise

Liquor, Blutkultur, Urin, Fruchtwasser, Mekonium, Vaginalabstrich, Cervixabstrich

  • Botendienst empfohlen.
  • Bei Transportzeiten > 6 Stunden einen Teil des Materials je in eine aerobe und anaerobe Blutkultutflasche überimpfen, Rest nativ einsenden.
Referenzbereich

negativ

Methode

Mikroskopie, Kultur, ggf. Speziesdifferenzierung und Resistenztestung.

Hinweise

Beschreibung:
  • Listerien sind grampositive Bakterien.  Humanpathogen ist wahrscheinlich nur die Art Listeria monocytogenes angesehen. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme von kontaminierter Nahrung oder fäkal-oral von Mensch zu Mensch. Listerien sind im landwirtschaftlichen Bereich weit verbreitet (Tierfutter, Silage, im Kot von Tieren). Auch im Stuhl gesunder Menschen können Listerien nachgewiesen werden.
 

Klinische Bedeutung, Indikation

Indikation:
  • Grippeähnliche Allgemeinsymptome, intermittierende Fieberschübe, Meningitis, Zystitis, Pyelonephritis.
 
Klinik:
  • Bei immunkompetenten Menschen verläuft eine Listerieninfektion in Form einer leichten, uncharakteristischen fieberhaften Reaktion. Bei abwehrgeschwächten Personen wie z.B. Neugeborenen, alten Menschen, Dialysepatienten, Alkoholikern, Transplantierten und Schwangeren äußert sich die Infektion in Form von grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskelschmerzen sowie u. U. auch Erbrechen und Durchfall.
  • Mögliche Komplikationen sind: Sepsis, eitrige Meningitis oder Enzephalitis.
 
Diagnostische Hinweise:
  • Infektionsquelle: Haustiere, Tierprodukte, z. B. rohes Fleisch, rohe Milch, Weichkäse.
  • Schwangerschaft: In der SS ist der Krankheitsverlauf häufig schwerer. Pränatale Infektionen können den Tod des Feten herbeiführen.
  • Eine Neugeborenenlisteriose kann transplazentar, während der Geburt bei Durchtritt durch den Geburtskanal oder postnatal durch Kontakt hervorgerufen werden.
 

Stand vom: 03.09.2012