Alpha-1-Fetoprotein (Schwangerschaft)

Analysenverzeichnis
Parameter
MaterialAbnahmehinweise

1 ml Serum

  • Blutentnahme für MoM-Berechnungen / Triple-Test: 
    2.Trimenon: zwischen 14 + 0 und 17 + 6 (in Ausnahmefällen bis maximal 19 + 6) abgeschlossener SSW
  • Bitte unbedingt vor der Untersuchung Begleitschein im Labor anfordern!
Referenzbereich
SSWWert in IU/mlSSWWert in IU/ml
101,80 - 11,02647,0 - 235
114,30 - 22,02750,3 - 253
123,10 - 15,92853,7 - 270
133,70 - 17,72972,6 - 365
145,90 - 29,23068,9 - 345
158,10 - 40,23154,3 - 272
1610,7 - 53,73256,1 - 281
1711,9 - 59,83360,0 - 298
1814,0 - 70,03456,1 - 281
1915,7 - 78,73554,9 - 276
2018,6 - 92,83652,5 - 262
2122,4 - 1123740,3 - 203
2226,2 - 1303835,4 - 178
2328,9 - 1453931,7 - 160
2435,4 - 1764024,4 - 123
2545,1 - 226  

 

SSW + TageWert in MoM
14 + 0 bis 19 +6ca. 1,0 - 2,0
Erläuterung: MoM = Multiple of  the Median
Methode

CLIA

Hinweise

Beschreibung:
  • AFP ist ein Eiweiß, das während einer Schwangerschaft zunächst im Dottersack und anschließend hauptsächlich in der fetalen Leber des ungeborenen Kindes synthetisiert wird. Seine Funktion bei der Entwicklung des Kindes ist weitgehend ungeklärt. Über den Urogenitaltrakt des Feten gelangt es in das Fruchtwasser und weiter in das mütterliche Blut. Zwischen der vollendeten 15. bis 22. Schwangerschaftswoche (SSW) steigen die AFP-Konzentrationen sowohl im Fruchtwasser als auch im maternalen Serum relativ steil an. Sie können daher nur bei genauer Kenntnis des Gestationsalters sicher interpretiert werden.
  • Offene Neuralrohrdefekte (Spina bifida) und andere Fehlbildungen mit offenen Membranen und Gefäßwänden führen zu stark erhöhten AFP-Konzentrationen im Fruchtwasser und Serum (Detektionsrate ca. 85 %). Seltener weisen sie auf eine Wachstumsretardation, Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht oder fetales Ableben hin.
  • Der Analyt ist Bestandteil der Triple-Diagnostik (kombiniertes Sreening mit PAPP-A) und sollte diesbezüglich nicht isoliert beurteilt werden.
 
  • Notwendige Angaben für eine isolierte Risikoabschätzung (z.B. beim Ersttrimester-Screening):
 
    • Biparietal-Durchmesser (BPD) im Bereich zwischen 29 und 51 mm oder in Ausnahmefällen vollendete SSW + Tage nach ihren Angaben;
    • Alter
    • Gewicht
    • Anzahl der Feten
    • Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten
 

Klinische Bedeutung, Indikation

Bewertung: 

Isolierte Bewertung Neuralrohr-/Bauchwanddefekte:

  • unauffälliges Ergebnis:     AFP < 2,0 MoM
  • grenzwertiges Ergenbnis: AFP 2,0 - 2,5 MoM
  • auffälliges Ergebnis:         AFP > 2,5 MoM (> 4,0  bei Geminischwangerschaft >4,0  MoM)

Fetale Störungen, die bei erhöhtem (> 2,0 MoM) Alpha-1-Fetoprotein vorliegen können:

  • Spina bifida, Anenzephalie, Omphalozele- und Gastroschisis, Trisomie 13, Trisomie 18, Triploidie, Fetales Teratom, Kongenitale Nephrosen, Kongenitale Hautdefekte, Meckel-Gruber-Syndrom, Plazenta-Hämangiome, Blasenektopien, Atresien des Magen-Darm-Traktes, "Fetal Distress", der zu intrauterinem Fruchttod führt. 

Fetale Störungen, die bei erniedrigtem  (< 1,0 MoM) Alpha-1-Fetoprotein vorliegen können:

  • Abortgefahr (< 1,0 MoM)
  • Down-Syndrom (< 0,5 MoM)
 
Diagnostische Hinweise:
  • Die Berechnung der MoM-Werte und des Risikos erfolgt mit dem EDV-Programm "ARGUS" des Institutes für Humangenetik der Uni Göttingen
  • Vor einer weiterführenden Diagnostik (hochauflösende Ultraschalluntersuchung der kindlichen Wirbelsäule und Bauchwand, Fruchtwasser-AFP- oder -Acetycholinesterase-Bestimmung) sollte eine genetische Beratung (vorausgegangene Schwangerschaft mit Neuralrohrdefekt oder Chromosomenanomalien) erfolgen.
 

 

Stand vom: 28.08.2017